2017 – Die Hauptdarsteller – Teil 2

Bevor ich meine diesjährigen franz. Eselerlebnisse so nach und nach aufschreibe, eine Einführung/ Teil 1 ist ja bereits online, möche ich die handelnen Personen/ alle Mitwirkenen vorstellen. Nicht das mir noch jemand durcheinander kommt bei den vielen Eseln, Hunden, Katzen, Gänsen und Hühnern … und die Menschen nicht zu vergessen.

Also mal los. Mit Marie möchte ich anfangen. Marie ist die Seele vom Ganzen, Mutter, Eselmama, absolut professionelle Reitlehrerin, Eseltrainerin und gute Freundin. Marie spricht wunderbar deutsch, liebt Musik und und und. Ohne Marie läuft hier nichts.

  1. Bild: Marie und ihr großer Poitouesel Copain. Copain heißt Freund.

Die nächste Hauptdarstellerin heißt Doriane. Doriane ist Maries Tochter und sie ist bezaubernd. Ihr Privatzoo ist so wunderbar wie ihr Garten und überhaupt ist sie nicht zimperlich. Herrlich direkt und offen, lustig und klug. Hach …

2. Bild: Doriane

Kommen wir zu Narcisse. Narcisse ist der Esel, der mich letztes Jahr auf meiner Wanderung begleitete und der die vielen Tage, über 240 km weit, immer treu an meiner Seite war. Narcisse ist für mich wie ein Freund, zumal ich Menschen kenne, die lange nicht so ehrlicht und freundlich zu mir waren. Also manchmal läuft man beser mit einem Esel.

3. Bild: Narcisse

Als nächstes kommt Balou. Balou ist ein riesiger Owtscharka – ein kaukasischer Schäferhund. Marie hat ihn vor vielen Jahren aus Kirgistan mitgebracht und seitdem hat er den Eselhof in Plagnal bewacht. Jetzt ist er alt und genießt seine Rente bei Doriane. Ich habe ihm einen großen Knochen spendiert und er kam dafür zu mir ins Bett kuscheln.

4. Bild: Balou

Bernie. Da man im Leben bekanntlich auf vieles verzichten kann, nicht aber auf Katzen und Literatur, wird der kleine, schwarze Kater hier natürlich erwähnt. Er schlief, nachdem ich ihm eine Packung feinsten Kochschinken gekauft hatte, fast immer bei mir im Bett und ich habe mir sein Vertrauen bestimmt verdient.

5. Bild: Bernie

Nebuleuze ist auch eine Katze. Sie wohnt bei Doriane und ist sehr, sehr süß und sie klettert ohne Hemmungen auf dem großen Balou herum. Ja und weil sie gerade sterilisiert wurde, durfte auch Nebuleuze bei mir im Bett schlafen. Es war zum Glück ein großes Bett.

6. Bild: Nebuleuze

Gribouille. Die kleine Eseldame war der süße Höhepunkt zum Abschluß meiner Eselwanderung im letzten Jahr. Als Marie losgefahren war, um Narcisse und mich zurückzuholen, war sie noch nicht auf der Welt. Als wir einige Stunden später alle zusammen zurückkamen, stand sie auf wackeligen Beinchen da. Ihren Namen verdankt sie einer franz. Kindergeschichte, in der ein Mensch so viel Angst vor dem Regen hat, daß er in den Fluß springt. Wer Esel kennt, wird nachvollziehen können, warum die süße Eseldame diesen Namen trägt.

7. Bild: Gribouille 2016

8. Bild: Gribouille 2017 und ich total entzückt.

Bahia gehört auch zur Familie. Sie ist ein kleines Couchpotato und oft, wenn ich in den Baumarkt oder nach Langogne fuhr, hat sie mich begleitet. Manchmal haben wir zusammen Doriane besucht.

9. Bild: Bahia

Reflet kommt gleich zur Sache. Ein sehr sympathischer Esel, der ein wunderbar zuverlässiger Waneresel ist. Und wie jeder Esel, so hat auch Reflet eine Leienschaft und bevor er sich lange die Ohren kraulen läßt, nähert sich Reflet Hinterteil voran, „scatch my ass“ (kratz mir den Arsch), das liebt er ganz besonders. Also das lieben alle Esel. Doch ein Esel kommt erstmal und schnuppert, dann streichelt man gefälligst die Ohren, anschließend steckt man die Finger ruhig in die Ohren und so nach und nach arbeitet man sich zum Hintern vor. Rechts und links der Schwanzwurzel befindet sich der G-Punkt der meisten Esel. Reflet schenkt sich das Vorspiel. Nein, wozu sich lange mit Streicheleinheiten am Kinn und den Ohren aufhalten. Reflet mag es halt gern von hinten. Noch Fragen?

10. Bild: Reflet, „scratch my ass“

Und dann waren da noch Plume (Feder), Max, Wapa, Matoutou, Marius und viele Esel mehr. Dazu Hühner und Gänse und jede Menge Herzlichkeit. Ach ja, und ich.

11. Bild: Ich

2017 – Wiedersehen mit Narcisse – Teil 1

Manche Ereignisse sind so schön und glücklich, daß man diese gern wiederholen möchte. Die Erinnerungen daran machen noch lange Zeit später die Tage hell und mit etwas Glück gelingt es, den Gedanken des Alltags etwas Fröhlichkeit entgegenzustellen – drole de vie.

Und da stehe ich nun im nassen, hohen Gras der unfertigen Eselkoppel, kämpfe mich den kleinen Hügel hinauf, schneide mit der Kettensäge kleine Äste und Sträucher weg, damit ich später den Elektrozaun installieren kann. Ich bin wieder in Frankreich, zu Hause bei Marie und kann mein Glück kaum fassen. Ich bin der König des Eselhofs und darf mit der Kettensäge spielen. Was könnte es Schöneres geben? Heute ist Sonnabend der 20. Mai 2017 und es ist, als würde sich ein kleines Stück Geschichte wiederholen. Vor fast genau einem Jahr begann ich hier meine Wanderung mit dem Esel Narcisse und was als Abschluß gedacht war, wurde zum Ausgangspunkt, zum Anfang einer Leidenschaft, einer wundervollen Freundschaft. Bisweilen muß man sich vom Leben überraschen lassen.

Also ganz von vorn und immer schön der Reihe nach. Was mache ich hier und wieso bin ich wieder da, warum schwinge ich im Urlaub die Kettensäge und laufe in Gummistiefeln umher? Die Antwort auf all diese Fragen könnte allein mit dem Wort Freundschaft abschließend umschrieben werden. Doch ganz so kurz will ich es mal nicht machen. Außerdem wär die Geschichte sonst an dieser Stelle vorbei und das wäre ja langweilig.

So beginnt meine zweite Reise nach Frankreich bereits im Frühjahr 2017 mit einem großen Unglück. Der Eselhof – also das alte Wohnhaus – in Le Plagnal brannte bis auf die Grundmauern nieder und als wäre das eine Unglück nicht genug, verstarb der gute Vick (Maries Partner) nach kurzer, schwerer Krankheit viel zu früh. Und weil Freundschaft für mich nur dann einen Sinn hat, wenn man auch bereit ist, sich gegenseitig zu helfen, stieg ich ins Auto, fuhr 1400 km bis zu Marie und vollende jetzt das, was Vick nicht mehr schaffte und wofür Marie vor lauter Arbeit auch die Kraft fehlt. Ich stelle die neue Eselkoppel in Luc (was von Le Plagnal nicht weit entfernt ist) fertig und siedle einen Großteil der Herde um. In Le Plagnal laufen die Bauarbeiten und Marie möchte die Tiere in ihrer Nähe haben.

Also los und über die Straße, rauf auf den Hügel und massenhaft Sträucher und kleine Bäume wegschneien, Holzpfosten setzen, Ösen für die Drähte einsetzen und Drähte spannen, den Tieren einen direkten Wasserzugang schaffen, zwei Tore einbauen und und und. Ja und dann war da noch das Wiedersehen mit meinem lieben Narcisse, meinem Esel, der mich zwölf Tage lang, über fast 240 km treu begleitete.

Wird er mich erkennen? Kann er sich nach einem Jahr an mich, meine Stimme, noch erinnern?

Es war ein einziger Pfiff, ein kurzes Rufen und schon kam mein Narcisse angetrabt. Kein Zweifel, der Esel erkannte mich und wenn man mit etwas Vorsicht menschliche Maßstäbe auf ein Tier übertragen mag, dann würde ich von Freude sprechen.

Für heute soll und muß der kurze Bericht erst einmal reichen. Schon morgen muß ich wieder auf eine Dienstreise und viele andere Dinge sind wichtig. Doch das Eselbook ist nicht vergessen und so nach und nach werde ich die Tage bei Marie Revue passieren lassen. Dann lernen meine Leserinnen und Leser zwei wunderbare Frauen, den riesigen Balou und zwei weitere Hunde, Kater Bernie und Katze Nebuleuze und ganz viele Esel kennen. Ich freu mich selber drauf. Bis bald.

 

 

Schön, Dank Esel – ein Besuch in Halle

Noch nie zuvor war ich in Halle an der Saale. Irgendwie gab es wohl nichts, was mich hätte nach Halle locken können und so mußte ich erst 50 werden und wegen der neuen Arbeit eine Dienstreise dorthin unternehmen. Ich kannte zwar Burg Giebichenstein und die dortige Kunsthochschule, wo der berühmte Maler Willi Sitte Ende der 50er Jahre zum Professor für Bildende- und angewandte Kunst berufen wurde, nur mehr wußte ich nicht über die größte Stadt von Sachsen-Anhalt. An dieser Stelle fällt mir natürlich der Spruch „Lieber vom Leben gezeichnet als von Sitte gemalt“ ein. Doch wenn ich ehrlich bin, dann mag ich die großen und ausdrucksstarken Gemälde mit ihren kraftvollen Farben, und das Sitte als Präsident des Verbandes Bildender Künstler natürlich Staats- und linientreu war, ist mir bis heute ziemlich schnurz. Jedenfalls gingen mir genau diese Gedanken im Kopf herum, als ich nahe der Burg den ersten Termin hatte. Um ehrlich zu sein, ich erschrak beim Anblick der Straßen. So kaputte und traurige Häuser sah ich schon lange nicht mehr. Leerstand, bröckelner Putz und vernagelte Fenster, die Straßen in schlechtem Zustand. Es war zwar nur ein kleiner Bereich, der mich so empfing, doch genau dieser erste Eindruck paßte zum nasskalten, grauen Wintertag. Dann ging es weiter in die uniformen Betonklotz-Stadtbezirke, von denen ich noch nie einen Menschen gut sprechen hörte. Neubaublöcke so weit das Auge reicht, große Flächen mit Garagenplätzen, Einkaufszentren mit auffällig vielen, leerstehenden Ladeneinheiten und immer wieder diese langweiligen Schnäppchenparadiese. Woher kommt eigenlich die Idee, daß das Paradies immer billig/ ein Schnäppchen ist?

Halle und ich, wir taten uns zu Anfang recht schwer und in Gedanken war ich wieder zu Hause in Berlin, als ich am Nachmittag im Vorbeifahren plötzlich eine alte Mühle sah, die so gar nicht zur Umgebung paßte. Also fix umgereht und ausgestiegen. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht auch die schönen Seiten der Stadt würde entdecken können. Das Gartentor steht offen und Müll liegt herum, Türen und Fenster sind verrammelt – ich begreife es nicht. Gibt es denn zwischen all dieser architektonischen Langeweile, zwischen all diesen abgewirtschafteten Einkaufszentren und der offensichtlichen Ärmlichkeit (natürlich nur im Vergleich mit anderen Städten zu verstehen) keinen Bedarf für solch einen Ort, für eine Mühle mit Garten? Massenhaft Einkaufszentren und weitverbreitet prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse passen nicht zueinander. Zumal ich die Reduzierung des Menschen auf den Status des Konsumenten nicht sonderlich sympathisch finde.

Aber auch wenn die Mühle verlassen steht, so ist sie der erste Lichtblick des Tages. Um ehrlich zu sein, die Mühle ist die zweite, positive Erfahrung. Doch dazu komme ich noch. Erstmal gehe ich um die Mühle herum und entdecke zu meiner Freude … sehen Sie selbst.

ESELSMÜHLE (das schreib ich doch gleich in Versalien und fett), die haben in Halle eine ESELSMÜHLE! Ich bin natürlich schwer begeistert und übelege, ob ich nach Halle umsiedeln sollte. Die Stadt gefällt mir immer besser. Halle braucht mehr Eselsmühlen und weniger Einkaufszentren mit Schnäppchenparadiesen. Zumal ich das Pardies mit Esel logischer als mit Schnäppchen finde.

Logischer und schöner! Fenstergitter mit Esel und restlos begeistert streife ich über das verlassene Grundstück. Da hinten entdecke ich noch einen alten Aufsteller und inzwischen suche ich mittels iPad nach etwas Geschichte und Information zur Eselsmühle.

Erbaut wurde die Mühle 1887 auf dem Grund der Gemeinde Nietleben, welcher heute zu Halle-Neustadt gehört, und bis Ende er 60er Jahre diente die Mühle wirklich als Mühle. Danach erfolgte der Umbau zur Ausflugsgaststätte und an den Wochenenden stürmten die Hallenser den gemütlichen Ort (was man von den zahlreichen Schnäppchenparadiesen wirklich nicht behaupten kann), wo die Kinder sogar manchmal auf einem Esel reiten konnten. Die Mühle wurde berühmt, das Eselchen natürlich auch, und bis 1974 war die Eselsmühle in Betrieb. Wegen der heranrückenden Braunkohle gab es eine Zwangspause von zwei Jahren, bis es von 1976 bis zur Wende weiterging. Oben auf der Mühle reitet der Teufel auf einem Esel im Wind und seit Jahren schon wartet die Mühle aus neue, glücklichere Tage … und einen Esel.

Und der zweite Lichtblick? Die Hallenser scheinen ein freundliches Völkchen zu sein.

Kleine Dinge – große Wirkung

Oft sind es ja die kleinen Dinge, die uns berühren und die uns eine besondere Freude machen. Kleinigkeiten, die manchmal mehr bedeuten als ein großes Geschenk (nichts gegen große Geschenke) und die uns dennoch zeigen, wie wichtig wir sind. Mit Eseln ist es ganz genau so, doch darauf komme ich noch. Vielleicht liegt es auch daran, daß etwas Kleines leichter zu überschauen und uns damit irgendwie näher ist. Wir selbst sind ja, so rein im Weltmaßstab betrachtet, recht klein und unbedeutend, obwohl wir uns oft für die Größten halten. Daher vielleicht der weitverbreitete Größenwahn. Aber darum soll es nicht gehen. Zurück zur Überschrift: Kleine Dinge, große Wirkung. Ich kann mich noch gut an eine USA-Reise erinnern, wo wir natürlich einen Blick in den Grand Canyon werfen wollten und uns zu diesem Zweck an einem der zahlreichen Aussichtspunkte einfanden. Doch während wir in die tiefe Schlucht schauten, versammelten sich immer mehr und mehr Menschen um einen Graben und fotografierten wie wild. Was gab es dort wohl zu sehen? Ok, der Graben hatte auch etwas von einer Schlucht, aber eine Verwechslung mit dem Grand Cayon schien ausgeschlossen und nachdem wir unsere Fotos gemacht hatten, schlenderten wir von Neugier getrieben zu dem Graben. Was könnte wohl interessanter als der Grand Canyon sein? Ich weiß nicht was ich erwartet hatte, aber mit einem Häschen hatte ich nicht gerechnet. Klein und niedlich hockte es dort, mümmelte friedlich vor sich hin und lief dem Grand Canyon mit Leichtigkeit den Rang ab. Ein Häschen. Und mit Eseln ist es wie mit Häschen auch. Je kleiner der Esel, umso größer die Wirkung.

Eselkind

Und weil gestern eine liebe Freundin einen Gruß schickte, komme ich auf das Thema mit den kleinen Dingen und den teils recht großen Wirkungen. Klar, Eselkinder sind besonders niedlich und besitzen sehr viel Charme, doch der Tierbezug allein ist nicht von Belang. Ich z.B. hatte schon einmal das Vergnügen von einem Babyelefanten berüsselt zu werden, der ebenfalls sehr niedlich war. Allerdings hatte der rund 140kg schwere Wonneproppen den Charme eines Bulldozers (niedlicher Bulldozer).

Doch dies ist nur der eine Teil des Gedankens, auf den der Eselgruß von gestern mich brachte. Vielmehr erinnerte mich der kurze Gruß daran, wie schön und wichtig die Geste selber war. Die schlichte Nachricht, das freundliche Hallo und dazu die vielen Eselbilder. Ein Gruß, der mir zeigt, daß ich nicht vergessen wurde und der, in Kombination mit den Eselbildern, deutlich macht: Meine Freunde wissen wie und womit man mir eine Freude macht/ machen kann. Ganz einfach. Logisch, ein Eselgruß ist eine schöne Sache (grußtechnisch kaum zu toppen), aber wenn keine Postkarte oder ein anderes Bild von und mit Eseln drauf zur Hand ist, tut es natürlich auch jedes andere Viech. KatzenliebhaberInnen und Hundefreunde sind bestimmt mit Schnurris und Wuffis zufrieden und Blümchen sind ebenfalls gut. Allein die Geste zählt und nehmen Sie dabei niemals Rücksicht auf die neue Mode, wonach man seine freundschaftlichen Gefühle möglichst nicht mehr zeigen darf, weil andere sich dann verpflichtet fühlen könnten. Diese Form unverbindlicher Freundschaft wird nur von Menschen präferiert, die ausschließlich mit sich selber beschäftigt sein möchten und sind. Kommen noch der zeitgemäße Spruch „ich mache nur noch was mir Spaß macht“ und der Hinweis „für sein Glück ist jeder selbst verantwortlich“ dazu, sollten alle Alarmglocken läuten. Das heißt nämlich im Klartext, daß man hier wirklich nichts erwarten darf und das ist total langweilig! Schreiben Sie Postkarten, schreiben Sie Briefe und eMails, schicken Sie Bilder und Nachrichten und zeigen Sie ihren Freunden das Sie ihre Freunde sind. Mit oder ohne Esel ist dabei völlig schnurz. Wobei ein Eselbild hilfreich sein kann. Diese kleinen Gesten sind natürlich kein Ersatz für Gespräche und gemeinsame Zeit, doch sie können über jede Entfernung hinweg erhalten was so wichtig ist – Freundschaft. Und genau deshalb habe ich mich gestern so über die Nachricht aus Schwaan (liegt bei Rostock) gefreut. Danke.

Und hier noch mehr schöne Eselchen aus Schwaan. Diesen bedeutenden Ort muß ich mir demnächst unbedingt mal anschauen. Wenn es dort so viele Esel gibt, dann ist Schwaan garantiert ein Zentrum der Lebensfreude.

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Von einer Eselpostkarte, von Erinnerungen und anderen Dingen

Es ist ein wenig still um das Eselbook geworden und vielleicht ist der Winter nicht die richtige Jahreszeit, um über Esel nachzudenken. So viele andere Dinge sind und waren in den letzten Wochen wichtig und der Herbstblues – diese Mischung aus fallenden Blättern und kurzen Tagen – tut seinen Teil dazu. Ein Frösteln liegt in der Luft und wir mußten einen guten Freund begraben. Was bleibt schon, wenn ein Mensch geht? Kinder, ein Haus, ein Garten, unzählige Erinnerungen und für mich zudem ein Tenorsaxophon, was ich zur Reparatur bringen und mit Sicherheit auch spielen werde; wozu Dir lieber André keine Zeit mehr blieb. Du hast Dir immer gewünscht, dem Instrument einige Töne zu entlocken und ich frage mich, warum ich Dir nicht wenigstens ein Kinderlied beibrachte. Plötzlich war für das alles keine Zeit mehr und jetzt, nachdem wir gestern mit einer Buddhistischen Zeremonie endgültig Abschied von Dir nahmen, wird mich das Saxophon bestimmt oft an Dich erinnern. Ich wollte heute schon mit einer große Portion Zuckerei (Ei, Zitrone und Zucker im Blender zu Schaum geschlagen) auf Dein Wohl trinken, doch in unserem Lowcarb-Haushalt war leider kein Zucker zu finden. Bei Gelegenheit werde ich dies aber nachholen und in Kombination mit einer dicken Scheibe Kassler wird es doppelt schön – ich werde nie vergessen, wie wir Dir zu Weihnachten mal ein großes Wiener Schnitzel schenkten. Du siehst, es gibt viele Erinnerungen und Xenia hat heute sogar eine alte Postkarte aus Bulgarien von Euch gefunden. Eine Postkarte, die wunderbar hier in das Eselbook paßt.

Eselpostkarte Bulgarien vorn

und auf der Rückseite habt Ihr alle unterschrieben.

Postkarte Bulgarien hinten

Am Dienstag werde ich Dein Saxophon zu Hanno Braun bringen und mir einen Kostenvoranschlag machen lassen, das Buddhistischen Zentrum (wo Du so gerne warst) bekommt eine Spende und wenn das Instrument spielbar ist, werde ich es natürlich benutzen. In der Big Band spiele ich zwar Altsaxophon, aber so ein Tenorsax macht auch Spaß.

Und wenn ich vom Windsurfen zurück bin, geht es mit dem Eselbook weiter. Versprochen.

 

 

Eselkissen – das schöne Geschenk für Eselfreunde

Eselkissen

Kissen ist nicht gleich Kissen und obwohl wir schon viele Kissen haben – also ich lebe in einer Wohnung, wo schon viele Kissen sind – bot sich erst kürzlich die Gelegenheit, ein weiteres Kissen anzuschaffen, also mir zu schenken. Der fünfzigste Geburtstag ist ein guter Grund, einem Eselfreund ein Eselkissen zu schenken. Da hab ich was eigenes, da hab ich mein Eselkissen (in Anspielung auf Loriot’s Jodeldiplom).

Wer in den Tiefen des www nach Kissen und Esel und Schafwolle sucht, stößt mit etwas Glück auf die Internetseite SCHAF IM SCHRANK und dort gibt es das abgebildete Kissen.

Schönes Geschenk.

 

Esel und Musik – ein Zitat von A. Toscanini

Die Sache mit Eseln und Musik ist vielleicht etwas schwierig und sicher gefällt nicht jedem ein schönes IAhhhh. Doch in meinen Ohren klingt es wie Musik und niemals würde ich den Esel für negative Vergleiche heranziehen. Komme aber nicht umhin, das berühmte Zitat von Arturo Toscanini (1867 bis 1957) auch hier zu erwähnen. Natürlich nur der Vollständigkeit wegen.

Den Takt schlagen kann jeder Esel. Aber Musik machen, das ist schwierig.

Abzählreim mit Esel

Auf die Verbindung von Esel und Mühlen muß ich später noch zu schreiben kommen. Für heute nur ein schönes Bild und einen hoffentlich bekannten Abzählreim mit Reim: Ich und du …

Esel u. Muehle 2

Ich und Du, Müllers Kuh, Müllers Esel das bist Du, das bist Du noch lange nicht, sag mir erst wie alt Du bist, 1,2,3,4,5,6 …

6 das ist doch gar kein Wort, sag ich sechs dann bist Du fort.

(Der Abzählreim wird beim passenden Alter des Kindes gestoppt. Hier am Bsp. der 6)

 

Die Eselsbrücke – Brücken braucht, wer mit Eseln wandert.

Wenn man mit einem Esel wandert, kann es vorkommen, daß ein Wasserlauf den Weg versperrt und wenn man dann Pech hat, entpuppt sich der Esel als wasserscheues Tier. Regen ist kein Problem, aber ein Bach, gar ein Fluß, manchmal langt auch schon eine große Pfütze, und schon geht nix mehr, weil der Esel partout nicht durch das Wasser will. Damit es weitergeht, muß man dem Esel eine Brücke bauen. Sie merken hoffentlich, daß ich es nicht ganz so wörtlich meine. Doch glauben Sie mir, so ein Wasserlauf kann Probleme machen. Jedenfalls dann, wenn keine Brücke da ist. Läuft alles glatt, sieht es so aus:

Foto: Astrid Mechau, Eselin Camilla auf Brücke.

Foto: Astrid Mechau, Eselin Camilla auf Brücke, auf Eselsbrücke.

Und dabei ist es nicht das Wasser selber, was einen Esel am Weiterlaufen hindert, sondern die ungewisse Trittsicherheit der spiegelnden Wasseroberfläche. Der gutmütige Leo, mit dem ich manchmal in der Uckermark spazierengehe, würde niemals einen kleinen Bach durchlaufen. Einmal wären wir beide fast vor einer großen Pfütze verhungert. Mein lieber Narcisse aus Frankreich dagegen war diesbezüglich mutiger. Aber hin und wieder braucht es Brücken, damit es weitergeht, damit weitergedacht werden kann. Es braucht einen gedanklichen Bogen, mit dem zwei Enden eines Weges in Beziehung gebracht werden können, eine Eselsbrücke als Verbindung zum Ziel, womit ich den Begriff wohl umfassend erklärt habe.

Die Eselsbrücke ist ein Merkspruch, eine assoziative Brücke für das Gedächtnis, eine Technik des Memorierens. Auf visuelle oder akustische Art helfen wir uns oder anderen auf die Sprünge, über Hindernisse hinweg … pons asinorum sollte richtig sein.