Sie war ein Blümlein – ein Eselgedicht von Wilhelm Busch

Blumen im Maul

SIE WAR EIN BLÜMLEIN

Sie war ein Blümlein hübsch und fein, hell aufgeblüht im Sonnenschein. Er war ein junger Schmetterling, der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm, und nascht und säuselt da herum. Oft kroch ein Käfer kribbelkrab, am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling, so schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am mesten ihn entsetzt, das Allerschlimmste kam zuletzt. Ein alter Esel fraß fraß die ganze von ihm so heiß geliebte Pflanze.

 

Wilhelm Busch

 

Der schwarze Esel – ein Roman von Luise Rinser

Es gibt Bücher, die man im Abstand vieler Jahre vielleicht noch einmal lesen sollte … gar neu entdecken kann. Und Luise Rinser (geb. 1911, gest. 2002) gehört zu genau diesen AutorInnen, deren Bücher ich als Jugendlicher regelrecht verschlungen habe und die mir leider nur wenig im Gedächtnis geblieben sind. Schemenhaft tauchen einige Gestalten und Erzählstränge auf, wenn ich an „Mitte des Lebens“ oder die „Geschichten aus der Löwengrube“ denke („Wer wirft den ersten Stein“); dann weiß ich, daß mir die Texte heute vermutlich viel mehr geben würden als vor dreißig Jahren – Literatur wächst immer auch zusammen mit dem Leser. Zumal ich mich heute sicher mehr auf den Inhalt konzentrieren könnte und nicht so leichtfertig und oberlehrerhaft kritisch zwischen den Zeilen herauszulesen versuchte, was längst wissenschaftlicher Konsens ist: Luise Rinsers Rolle während der NS-Zeit bleibt umstritten und schmälert dennoch nicht ihre Texte. Es ist eine Sprache, die unheimlich packend und dicht ist, die mich faszinierte und in ihren Bann zog. Heute finde ich es nicht mehr interessant, ob jemand an seiner Biographie feilte (wohl jeder Lebenslauf ist leicht frisiert und geschönt), sich unkritisch großen Führerfiguren gegenüber verhielt – „Nordkoreanisches Reisetagebuch“ – und in jungen Jahren ein Loblied auf den Führer geschrieben hatte. Heute könnte ich mich auf das konzentrieren was Literatur im Kern ausmacht: Die Geschichte.

„DER SCHWARZE ESEL“  gehört zu den spät erschienenen Büchern und ich würde behaupten, die Erzählung ist deutlicher und ehrlicher als viele ihrer anderen, früheren Werke. Das Buch ist vielleicht nicht so bekannt, doch es fällt total aus dem Rahmen, bricht mit der elenden Tradition, sich im Geiste ihrer Protagonistinnen einem starken Führer anzubiedern und in dessen Nähe zu wachsen – von ihrem Hitlerwahn dürfte sie ohnehin schneller geheilt worden sein als gedacht, nachdem sie nach erfolgter Denunziation für zwei Monate im Frauengefängnis eingesessen hatte. Es folgten später Karl Rahner (bedeutender Theologe), Ernst Jünger und Kim il Sung, der Dalai Lama und selbst vor Jesus machte diese Führerhörigkeit nicht halt. Vorbei ist es damit erst im Roman DER SCHWARZE ESEL, vorbei ist es mit dieser katholischen Askese und der Glaubenshörigkeit, vorbei ist es mit der fortdauernden Ambivalenz aus Fiktion und Autobiographie. Diesmal geht es nicht um eine einzelne Gestalt, eine Frauenfigur, sondern gleich um vier alte Frauen (der Roman ist eine Fortsetzung des Frühwerkes DIE STÄRKEREN VON 1948), die nun gut 70 Jahre alt sind und deren Lebenswege sich unverhoft wieder kreuzen. Wenn man mich fragt, welches Buch von Luise Rinser ich empfehlen würde, dann mit Sicherheit den SCHWARZEN ESEL. Weil ich es unglaublich spannend finde, wie die Puzzelteile der vier Leben sich Stück für Stück zusammensetzen, ein Bild ergeben und mir dieses Bild nicht moralisch vorsortiert auf dem Tablett serviert wird. Keine langweilige Unterscheidung in gut und böse, in Heilige und Sünder … der eigene Kopf erzeugt ein Bild und folgt in eine Geschichte voller Überraschungen und ich weiß Luise Rinser mit Sicherheit an meiner Seite, wenn ich z.B. den Begriff Freundschaft als viel zu oft unklar, oberflächlich und spannungslos interpretiert und gelebt empfinde. Manche Dinge sind einfach nicht verhandelbar; denn fallen Unverbindlichkeiten und Oberflächlichkeiten erst einmal ab, stehen die Figuren merkwürdig einsam und leer. Es ist der Moment der selbst-Erkenntnis, welcher oft spät kommt und der einer Reise gleicht. Dann fallen Sicherheiten und Gewißheiten in kleine Stückchen auseinander, die darauf warten neu geordnet zu werden und am Ende heißt es: „So eine Fahrt macht man nur einmal im Leben“.

DER SCHWARZE ESEL

 

Kleiner weißer Esel – Jacques François Antoine Ibert

Die Idee zu diesem Beitrag ist musikalischer Natur und weil ich selber  musiziere – Klavier und Saxophon – höre ich natürlich gern Musik. Musik gehört einfach dazu, mit Musik geht vieles besser und natürlich ist die gemeine Kreatur oft Ausgangspunkt von Tönen und Rhythmus.

Wie komme ich nun darauf? Ganz einfach. Heute Morgen fielen mir alte Noten von Camille Saint-Saëns in die Hände, dessen Karneval der Tiere hoffentlich jeder kennt. Es beginnt mit dem MARSCH DER LÖWEN, die von HÜHNERN UND HÄHNEN gefolgt werden, bevor dann die ESEL ihren Auftritt zusammen mit GAZELLEN und ZEBRAS haben. Die SCHILDKRÖTEN sind zugleich ein Spottlied auf J. Offenbachs Can-Can und Orpheus in der Unterwelt, der ELEFANT trampelt auf Hector Berlioz „Fausts Verdammnis“ herum und Mendelssohns „Sommernachtstraum“ gerät ebenfalls unter die Elefantenfüße. Dann gibt es noch KÄNGURUS, das AQUARIUM und FOSSILIEN und sicher habe ich ein Tierchen vergessen. Doch wenn ich an Saint-Saëns denke fällt mir sofort immer auch Jacques François Antoine Ibert ein, den kennen sollte, wer Esel liebt! Er war ein franz. Komponist, der von 1890 bis 1962 lebte und von ihm stammt das Stück „Le Petit Ane Blanc“ (Kleiner Weißer Esel). Ibert orientierte sich musikalisch ganz sicher am Neoklassizismus, seine Kompositionen sind sehr geschliffen und voller Eleganz, was leider wie ich finde zu Lasten der Tiefe geht. Da ist irgendwie kein Leben drin – na ja, halt Neoklassizismus. Aber egal, wir verdanken ihm ein Eselstück und dies kann man gar nicht hoch genug wertschätzen.

Ich hab sogar ein Bild von einem kleinen, weißen Esel gefunden.

Weißer esel

So kam ich heute über die Musik … auf den Karneval der Tiere und von dort zu einem kleinen, weißen Esel. Ganz einfach. Und so klingts: Kleiner Weißer Esel

 

Eseltreffen – eine kleine Vorschau

Da ich große Menschenansammlungen meide – viele Esel machen mir da weniger Angst – und Volksfeste zumeist nicht so unterhaltsam finde ( was vielleicht daran liegt, daß ich kein Bier trinke), war ich bereits gestern in Paaren und warf einen Blick auf die großen und kleinen, dunklen und hellen Esel. Es ist somit ein kleiner Vorgeschmack auf dieses Wochenende im Erlebnispark Paaren Glien.

wo man mit Esel etwas spazieren kann …

Eseltreffen Gruppe 2 Kinder 2 Esel

sich so mancher Esel etwas Hübsches angezogen hat,

Mückenschutz huebsch

die Esel- und Muligreunde einen großen Stand haben,

Eselfreunde

ein jeder Esel auf die Waage muß,

Waage

Esel natürlich auch gestreichelt werden dürfen

Anja und Esel

und ich beim Anblick der Zwergesel überlegte, ob zwei oder drei der kleinen Kerle nicht doch gleich mit ins Auto gepaßt hätten.

Zwergesel und ich

Eine Eselquadriga sah ich auch,

Vier Esel

hier noch ein schlnes Bild

Eselgruppe 2

und weiß-bunte Esel gibt es auch. Ein gescheckter Zwergesel, der aus Holland anreiste.

Schwarz-weiss

Esel Buchtip – „Zwei Esel auf dem Jakobsweg“

und in der Unterzeile: „Wie ein Engländer sein Herz an Spanien verlor.“

Buchtip - Jakobsweg

Womit die wichtigsten Unterschiede zwischen meiner Eselwanderung und der im Buch beschriebenen Route sogleich geklärt sind. Im Leben nicht wär ich auf die Idee gekommen, den Jakobsweg entlangzupilgern; verlor mein Herz dafür an einen Esel. Was ich für eine sehr natürliche Reaktion halte und trotzdem ist es schön, nach Feierabend mit Kaffee und Micky (wir nennen ihn auch Pinky) auf der Veranda zu sitzen und zu lesen – in einem Eselbuch.

Doch keine Angst, das Buch ist so gar nicht esoterisch, weil da noch ein Esel ist, der dafür sorgt, daß der Mensch sein irdisches Dasein nicht vergißt – es besteht bisweilen aus betteln und fluchen, Beschimpfungen und Verwünschungen, lauten und leisen Fürbitten in der Vertikalen und der Einsicht, daß der Esel auch nur ein Mensch ist … seinen eigenen Kopf hat – und aus einer Wanderung ein echtes Abenteuer wird.

Ohne Esel kann jeder durch die Gegend laufen. Mit einem Esel sein Ziel erreichen zeugt von vielerlei Begabungen. Ja, auch von Demut.

Tim Moore, „Zwei Esel auf Reisen“, Piper, München-Berlin-Zürich, 15. Aufl. 2016, 363 S.

Esel- und Mulitreffen im Erlebnispark Paaren

Das kommende Wochenende sollten sich Eselfreunde unbedingt merken. Im Erlebnispark Paaren (Paaren im Glien) gibt es ein großes Esel- und Mulitreffen … da muß man doch hin.

Screenshot von der Internetseite des Erlebnisparks Paaren.

Screenshot von der Internetseite des Erlebnisparks Paaren.

Paaren im Glien gehört zu Schönwalde – Glien, liegt ganz in der Nähe von Falkensee (Nauen, Kremmen und auch Ribbeck sind nicht weit weg) und der Erlebnispark befindet sich in unmittelbarer Umgebung.

Hier die genauen Daten und Koordinaten:

28. ESEL- UND MULITREFFEN vom 19.-21. August 2016
der Interessengemeinschaft für Esel- und Mulifreunde in Deutschland e.V.

Öffnungszeiten:
Fr: 8:00 Uhr – 18 Uhr
Sa: 9:00 Uhr – 18 Uhr
So: 9:00 Uhr – 18 Uhr

Eintritt Erwachsene: 4,00 €
Eintritt ermäßigt: 2,00 €

MAFZ Märkische Ausstellungs- und Freizeitzentrum GmbH Paaren
Gartenstr. 1-3
14621 Schönwalde – Glien
Telefon: 033 230 / 74-0
Internet: www.erlebnispark-paaren.de

Screenshot von der Startseite des Erlebnisparks Paaren.

Screenshot von der Startseite des Erlebnisparks Paaren.

Das wird bestimmt eine ganz schöne Veranstaltung und während es am Freitag mit diversen Workshops losgeht, gibt es am Sonnabend schon richtig was zu sehen: Hindernisparcours, Zugleistungswettbewerbe und die Zuchtbewertung. Und am Sonntag ziehen ganz viele Esel und Mulis dann zur Dorfkirche, wo ein ökumenischer Gottesdienst mit Tiersegnung stattfindet. Und natürlich kann man sich ganz viele Esel anschauen (auch die Miniesel aus Holland). Man kann sogar Esel kaufen! Ich muß da unbedingt hin. Schade nur, daß ich Leo nicht mitnehmen kann.

Eselbild von Anna Nordgren und Grüße aus Schweden

Komischerweise muss ich beim Anblick eines Esels zuletzt immer an unseren Erik denken … Liebe Grüße vom extrem stürmischen Vättern See!

Anna Nordgren (1847-1916), Bretagniska på åsna, gemalt 1887

Anna Nordgren (1847-1916), Bretagniska på åsna, gemalt 1887

Es war ein Urlaubsgruß meiner lieben Freunde Christine & Gregor, die gerade in Schweden Urlaub machen und dabei wohl an mich denken mußten. Dies zu spüren ist ein großes Glück und manchmal reicht selbst der kleinste Gruß, ein Bild, eine Nachricht. Ganz einfach und schön und wichtig.

Und außerdem habe ich auf diesem Wege auch von der schwedischen Künstlerin/ Malerin Anna Nordgren erfahren, die mir schon wegen dieses Bildes sehr sympathisch ist. Bildern mit Eseln gehört meine ganze Aufmerksamkeit … ok, ich übertreibe mal wieder. Aber es ist ein schönes Bild und jetzt weiß ich, wer Anna Nordgren war.

Eselsohren für’s Bücherregal – tierisch gute Lesezeichen

Buchhandlungen sind wie Lebensmittelgeschäfte … Buchhandlungen sind unersätzlich und absolut notwendig. Von Realitätsflucht über Bildung bis Unterhaltung wird LESERATTEN und BÜCHERWÜRMERN alles geboten und mit großer Freude habe ich jetzt auch richtige ESELSOHREN entdeckt – tierisch gut.

Lesezeichen 1

Ich hab mir natürlich die ESELSOHREN gekauft. LESERATTEN und BÜCHERWÜRMER waren schon ausverkauft. Glück gehabt, wo ich doch den Esel wollte.

Eselsohr 2

Und wer vielleicht in London in eine Buchhandlung geht, der wird dort mit Sicherheit kein DONKESY’s ear sondern vielleicht ein DOG EAR finden.