Der Esel Cosidesimo

Gebrauchsanweisung für schöne Stunden.

Man benötigt, wenn kein gutes Wetter zur Hand ist, 1 Couch oder einen bequemen Sessel. Ich selbst bevorzuge unbedingt eine Couch – doch ein Sessel mit Hocker davor geht natürlich auch. Dazu eine Decke und diverse Kissen, 1 Tasse Tee (zum Nachmittag hin Kaffee), Kekse oder Schokolade (besser beides), bei Bedarf eine Lesebrille, wenigstens ein oder zwei Katzen, Ruhe und ein gutes Buch. Die Frage, was ein gutes Buch ist, die läßt sich relativ leicht beantworten: Ein gutes Buch handelt von wenigstens einem Esel und hier kommt mein Vorschlag für dieses Wochenende.

„Der Esel Cosidesimo“ von Bettina Weber

Von klein auf hört Cosidesimo, dass Esel dumm, störrisch und völlig überflüssig sind. Inzwischen glaubte er es schon selbst, bis er in dem liebenswerten Clown Cosimo und dem patenten Zirkusmädchen Chiara zwei Freunde findet, die mit ihm durch dick und dünn gehen.

 

Die Fabel vom Pferd und dem Esel

In einer Zeit, in der Menschen davon sprechen nur noch tun zu wollen was ihnen Spaß macht und zugleich betonen, ein jeder wär ganz allein für sein Glück und Wohl verantwortlich, kann es nicht schaden, sich die eine oder andere Fabel anzuschauen.

Das Pferd und der Esel

Es war einmal ein Bauer, der hatte sein Pferd und seinen Esel gleichmäßig beladen und führte sie zum Markte, wo er mit seinen Waren Handel treiben wollte. Nach einer guten Strecke des Weges fühlte der Esel seine Kräfte schwinden und so bat er das Pferd kläglich: „Du bist viel größer und stärker als ich, musst nicht schwerer tragen. Nimm doch bitte einen Teil meiner Last, sonst werde ich bald am Boden liegen.“

Hartherzig antwortete das Pferd: „Ich habe selbst genug an meiner Last zu tragen.“

Keuchend schleppte sich der Esel weiter, bis er erschöpft zusammenbrach. Der Bauer drosch noch auf den Esel ein, aber er war schon tot. Da blieb nichts weiter übrig, als die ganze Last des Esels auf das Pferd zu packen. Auch wollte der Bauer noch etwas von dem Esel retten, zog ihm das Fell ab, und legte es dem Pferd oben auf.

Das Pferd bereute nun seine Hartherzigkeit und klagte: „Ach, wie leicht hätte ich dem Esel ein Stück Last abnehmen können. Wäre er noch lebendig, müsste ich nicht gleich alles tragen.“

Ob Aesop (gr. Aisopos oder lat. Aesopus), der ein berühmter Dichter der griechischen Antike war und unzählige Fabeln und Gleichnisse aufschrieb, wirklich so um 6. Jh. vor Chr. lebte, nach Plutarch einem Justizmord zum Opfer fiel (nach einer fadenscheinigen Anklage von einem Felsen gestoßen wurde) oder so wie Herodot berichtet in Delphi zu Tode kam, ist heute Teil der Sagenwelt – Genaues ist nicht überliefert. Doch mit Sicherheit darf der Dichter als Vorbild für die gesamte, europäische Fabeldichtung angesehen werden.

Sie war ein Blümlein – ein Eselgedicht von Wilhelm Busch

Blumen im Maul

SIE WAR EIN BLÜMLEIN

Sie war ein Blümlein hübsch und fein, hell aufgeblüht im Sonnenschein. Er war ein junger Schmetterling, der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm, und nascht und säuselt da herum. Oft kroch ein Käfer kribbelkrab, am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling, so schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am mesten ihn entsetzt, das Allerschlimmste kam zuletzt. Ein alter Esel fraß fraß die ganze von ihm so heiß geliebte Pflanze.

 

Wilhelm Busch

 

Der schwarze Esel – ein Roman von Luise Rinser

Es gibt Bücher, die man im Abstand vieler Jahre vielleicht noch einmal lesen sollte … gar neu entdecken kann. Und Luise Rinser (geb. 1911, gest. 2002) gehört zu genau diesen AutorInnen, deren Bücher ich als Jugendlicher regelrecht verschlungen habe und die mir leider nur wenig im Gedächtnis geblieben sind. Schemenhaft tauchen einige Gestalten und Erzählstränge auf, wenn ich an „Mitte des Lebens“ oder die „Geschichten aus der Löwengrube“ denke („Wer wirft den ersten Stein“); dann weiß ich, daß mir die Texte heute vermutlich viel mehr geben würden als vor dreißig Jahren – Literatur wächst immer auch zusammen mit dem Leser. Zumal ich mich heute sicher mehr auf den Inhalt konzentrieren könnte und nicht so leichtfertig und oberlehrerhaft kritisch zwischen den Zeilen herauszulesen versuchte, was längst wissenschaftlicher Konsens ist: Luise Rinsers Rolle während der NS-Zeit bleibt umstritten und schmälert dennoch nicht ihre Texte. Es ist eine Sprache, die unheimlich packend und dicht ist, die mich faszinierte und in ihren Bann zog. Heute finde ich es nicht mehr interessant, ob jemand an seiner Biographie feilte (wohl jeder Lebenslauf ist leicht frisiert und geschönt), sich unkritisch großen Führerfiguren gegenüber verhielt – „Nordkoreanisches Reisetagebuch“ – und in jungen Jahren ein Loblied auf den Führer geschrieben hatte. Heute könnte ich mich auf das konzentrieren was Literatur im Kern ausmacht: Die Geschichte.

„DER SCHWARZE ESEL“  gehört zu den spät erschienenen Büchern und ich würde behaupten, die Erzählung ist deutlicher und ehrlicher als viele ihrer anderen, früheren Werke. Das Buch ist vielleicht nicht so bekannt, doch es fällt total aus dem Rahmen, bricht mit der elenden Tradition, sich im Geiste ihrer Protagonistinnen einem starken Führer anzubiedern und in dessen Nähe zu wachsen – von ihrem Hitlerwahn dürfte sie ohnehin schneller geheilt worden sein als gedacht, nachdem sie nach erfolgter Denunziation für zwei Monate im Frauengefängnis eingesessen hatte. Es folgten später Karl Rahner (bedeutender Theologe), Ernst Jünger und Kim il Sung, der Dalai Lama und selbst vor Jesus machte diese Führerhörigkeit nicht halt. Vorbei ist es damit erst im Roman DER SCHWARZE ESEL, vorbei ist es mit dieser katholischen Askese und der Glaubenshörigkeit, vorbei ist es mit der fortdauernden Ambivalenz aus Fiktion und Autobiographie. Diesmal geht es nicht um eine einzelne Gestalt, eine Frauenfigur, sondern gleich um vier alte Frauen (der Roman ist eine Fortsetzung des Frühwerkes DIE STÄRKEREN VON 1948), die nun gut 70 Jahre alt sind und deren Lebenswege sich unverhoft wieder kreuzen. Wenn man mich fragt, welches Buch von Luise Rinser ich empfehlen würde, dann mit Sicherheit den SCHWARZEN ESEL. Weil ich es unglaublich spannend finde, wie die Puzzelteile der vier Leben sich Stück für Stück zusammensetzen, ein Bild ergeben und mir dieses Bild nicht moralisch vorsortiert auf dem Tablett serviert wird. Keine langweilige Unterscheidung in gut und böse, in Heilige und Sünder … der eigene Kopf erzeugt ein Bild und folgt in eine Geschichte voller Überraschungen und ich weiß Luise Rinser mit Sicherheit an meiner Seite, wenn ich z.B. den Begriff Freundschaft als viel zu oft unklar, oberflächlich und spannungslos interpretiert und gelebt empfinde. Manche Dinge sind einfach nicht verhandelbar; denn fallen Unverbindlichkeiten und Oberflächlichkeiten erst einmal ab, stehen die Figuren merkwürdig einsam und leer. Es ist der Moment der selbst-Erkenntnis, welcher oft spät kommt und der einer Reise gleicht. Dann fallen Sicherheiten und Gewißheiten in kleine Stückchen auseinander, die darauf warten neu geordnet zu werden und am Ende heißt es: „So eine Fahrt macht man nur einmal im Leben“.

DER SCHWARZE ESEL

 

Esel Buchtip – „Zwei Esel auf dem Jakobsweg“

und in der Unterzeile: „Wie ein Engländer sein Herz an Spanien verlor.“

Buchtip - Jakobsweg

Womit die wichtigsten Unterschiede zwischen meiner Eselwanderung und der im Buch beschriebenen Route sogleich geklärt sind. Im Leben nicht wär ich auf die Idee gekommen, den Jakobsweg entlangzupilgern; verlor mein Herz dafür an einen Esel. Was ich für eine sehr natürliche Reaktion halte und trotzdem ist es schön, nach Feierabend mit Kaffee und Micky (wir nennen ihn auch Pinky) auf der Veranda zu sitzen und zu lesen – in einem Eselbuch.

Doch keine Angst, das Buch ist so gar nicht esoterisch, weil da noch ein Esel ist, der dafür sorgt, daß der Mensch sein irdisches Dasein nicht vergißt – es besteht bisweilen aus betteln und fluchen, Beschimpfungen und Verwünschungen, lauten und leisen Fürbitten in der Vertikalen und der Einsicht, daß der Esel auch nur ein Mensch ist … seinen eigenen Kopf hat – und aus einer Wanderung ein echtes Abenteuer wird.

Ohne Esel kann jeder durch die Gegend laufen. Mit einem Esel sein Ziel erreichen zeugt von vielerlei Begabungen. Ja, auch von Demut.

Tim Moore, „Zwei Esel auf Reisen“, Piper, München-Berlin-Zürich, 15. Aufl. 2016, 363 S.

Eselsohren für’s Bücherregal – tierisch gute Lesezeichen

Buchhandlungen sind wie Lebensmittelgeschäfte … Buchhandlungen sind unersätzlich und absolut notwendig. Von Realitätsflucht über Bildung bis Unterhaltung wird LESERATTEN und BÜCHERWÜRMERN alles geboten und mit großer Freude habe ich jetzt auch richtige ESELSOHREN entdeckt – tierisch gut.

Lesezeichen 1

Ich hab mir natürlich die ESELSOHREN gekauft. LESERATTEN und BÜCHERWÜRMER waren schon ausverkauft. Glück gehabt, wo ich doch den Esel wollte.

Eselsohr 2

Und wer vielleicht in London in eine Buchhandlung geht, der wird dort mit Sicherheit kein DONKESY’s ear sondern vielleicht ein DOG EAR finden.

 

Bricklebrit – ein Zauberspruch für Esel

Schon vor langer Zeit wußten die Menschen was man braucht, um sorgenfrei leben zu können: Erstens einen immer wohlgefüllten Tisch, im Portemonnaie genügend Geld und bei Bedarf einen Knüppel, der bösen Leuten den Hintern versohlt. Alle drei Dinge zusammengenommen sind selten und erschienen schon damals märchenhaft, weshalb die Brüder Grimm die Geschichte aufschrieben.

Tischchen Deck Dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack

 

Illustration Werner Klemke

Illustration Werner Klemke

Der erste wichtige Hinweis des Märchen lautet: Traue niemals einer Ziege die davon spricht satt zu sein und kein Blatt mehr mögen würde. Spätestens wenn der Vater mit ihr spricht lügt sie wie gedruckt und meint nur über Gräben gesprungen zu sein und kein einziges Blättelein zu fressen gefunden zu haben – mäh! Mäh! Und schwups, schon ist der erste Sohn weg, weil Papa der Ziege vertraut (das gibt es bestimmt öfters), tags drauf passiert es noch einmal und selbst den dritten und letzten Sohn jagt der Schneider wegen angeblicher Vernachlässigung der Ziege aus dem Haus. Am vierten Tage geht er selber mit dem Mistvieh auf die Weide und auch mit ihm treibt das Tier sein böses Spiel. Der Schneider-Vater erkennt, daß er seine drei Söhne zu Unrecht aus dem Haus gejagt hat, er rasiert der Ziege den Kopf und treibt sie fort. Das Motto lautet: Lieber allein, als zusammen mit einer blöden Ziege.

Die drei Jungs aber nutzten die Zeit in der Fremde für handwerkliche Ausbildungen. Sie wurden Schreiner, Müller und Drechsler, lauter schöne Handwerke mit goldenem Boden und zum Abschluß der Lehrzeit gab es praktische Geschenke. Der Schreiner Geselle bekam das Tischchen Deck Dich, der Müller den Goldesel und der Drechsler einen Sack mit Knüppel. Praktisch, praktisch, wenn nur nicht der gemeine Gastwirt wär, der die ersten beiden Jungs beklaut und sie damit um ihr Lehrgeld brachte. Was dazu führt, daß die Burschen wieder recht nutzlos vor dem Vater stehen. Doch dann kommt Sohn Nr. 3, der stattet dem diebischen Wirt einen Besuch ab, der Knüppel leistet ganze Arbeit, Tisch und Esel kommen wieder zu ihren Besitzern und alles wird gut. Schönes Märchen! Ich nehm den Esel, der auf ein Tuch gestellt vorn und hinten Gold speit, wenn man die Zauberformel BRICKLEBRIT spricht.

Illustration von Werner Klemke

Illustration von Werner Klemke

Der Esel, ein Gedicht von Wilhelm Busch

Drei gez. Esel

DER ESEL

Es stand vor eines Hauses Tor
Ein Esel mit gespitztem Ohr,
Der käute sich sein Bündel Heu
Gedankenvoll und still entzwei.

Nun kommen da und bleiben stehn
Der naseweisen Buben zween,
Die auch sogleich, indem sie lachen,
Verhaßte Redensarten machen,
Womit man denn bezwecken wollte,
Daß sich der Esel ärgern sollte.

Doch dieser hocherfahrne Greis
Beschrieb nur einen halben Kreis,
Verhielt sich stumm und zeigte itzt
Die Seite, wo der Wedel sitzt.

Die Bremer Stadtmusikanten – ein Märchen mit Esel

Illustrationen von Werner Klemke, Kinderbuchverlag Berlin, 1963, S. 454

Illustrationen von Werner Klemke, Kinderbuchverlag Berlin, 1963, S. 454

Es hatt ein Mann einen Esel, der schon lange die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte, dessen Kräfte aber nun zu Ende gingen, so daß er zur Arbeit immer untauglicher ward. Da dachte der Herr daran, ihn aus dem Futter zu schaffen, aber der Esel merkte, daß kein guter Wind wehte, lief fort und machte sich auf den Weg nach Bremen: Dort, so meinte er, könne er Stadtmusikant werden.

Illustrationen von Werner Klemke, Kinderbuchverlag Berlin, 1963, S. 454

Illustrationen von Werner Klemke, Kinderbuchverlag Berlin, 1963, S. 454

Gute Idee wie ich finde. Mit Straßenmusik Geld verdienen ist genau das, was ich auch vorhabe, um die spätere Rente aufzubessern. Der Esel lief also los und kurze Zeit später traf er auf einen alten Jagdhund, der altersbedingt nicht mehr richtig jagen konnte. Die beiden wurden sich fix einig und schon gingen sie gemeinsam des Wegen, dem sich noch eine alte Katze und ein Hahn, dem der Kochtopf drohte, anschlossen … schon war es eine kleine Kapelle. Der Esel wollte die Laute spielen, für dem Hund waren die Pauken, was die Katze darbieten sollte ist nicht überliefert und der Hahn mußte natürlich singen.

Im Wald, als sie ein Nickerchen machen wollten, entdeckten sie ein schönes Haus, darin Räuber beim Abendbrot, und weil unsere Bremer Stadtmusikanten hungrig waren und einen guten Schlafplatz suchten, vertrieben sie die bösen Räuber aus dem Haus, verputzten die ganzen Lebensmittel und legten sich gemütlich schlafen.

Illustration von Werner Klemke, in " Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm", Kinderbuchverlag Berlin, 1963, S. 454

Illustration von Werner Klemke, in “ Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“, Kinderbuchverlag Berlin, 1963, S. 454

Es geht dann noch ein wenig weiter, weil ein Räuber zurückkam und nachschauen sollte, vor wem man da Reißaus genommen hatte. Doch auch diese Hürde nahmen die vier Weggefährten und am Ende war alles gut.

Und das Märchenbuch mit Illustrationen von Prof. Werner Klemke (1917-1994) ist für mich eine der schönsten Kindheitserinnerungen. Sein Nachlaß übrigens ging ans Klingspor-Museum in Offenbach am Main.

 

Gesners Esel – das Eselbook unternimmt einen Ausflug in die Kulturgeschichte des Esels

Wer sich für Esel interessiert, oder so wie ich auf den Esel gekommen ist, wird vielleicht die folgende Abbildung kennen.

Gesners Esel

Der etwas zu langestreckte Esel mit der Löwenmähne und den zu kurzen Ohren. Ein Holzschnitt, den der berühmte schweizer Gelehrte Conrad Gesner vor rund 451 Jahren zur Illustration der Abhandlung über den Esel benutzte, und bevor das Eselbook sich mit dem dazugehörigen Textteil beschäftigen wird, werfen wir doch kurz einen Blick auf den Arzt und Naturforscher, Altphilologen und Künstler, den in der Schweiz jedes Kind kennt, dem man im Botanischen Garten von Zürich ein kleines Denkmal setzte, dessen Konterfei die 50-Franken-Banknote ziert und der neben dem berühmten Thierbuch von 1565 auch noch ein Buch über die Fische und eins über Vögel schrieb. Fische, Vögel und Tiere, eine erste Systematik (die sich natürlich an den Schriften von Aristoteles orientierte) und postum kamen noch Schlangen und Insekten dazu.

Gesner

Conrad Gesner (1516 bis 1565) – manchmal mit doppeltem ss oder ß geschrieben – nutze für seine Schriften nicht ausschließlich antike Aufzeichnungen und Erzählungen dem Hörensagen nach, sondern setzte auf seine eigenen Naturbeobachtungen, die er sorgfältig niederschrieb. Bebildert sind die Bücher mit ausgesuchten Holzschnitten – so finden sich z.B. Dürers Rhinocerus

Dürrers Rhino

und Breidenbachs Giraffe – und weil Gesner selber ganz wunderbar zeichnen konnte, stammen viele der Abbildungen von ihm selber. Ob der Esel von ihm ist, weiß ich aber nicht.

Gesner war jedenfalls ein echtes Universalgenie. Die Gründung des ersten botanischen Gartens der Schweiz geht auf ihn zurück, er legte Pflanzensystematiken an, galt als guter Arzt und noch 300 Jahre später war sein Werk die Arbeitsgrundlage für Charles Darwin. Und wer sich für Pflanzen interessiert, wird vielleicht die Gesneriengewächse kennen, die Charles Plumier in Erinnerung an Conrad Gesner benannte (C. von Linné machte daraus dann etwas später die Gattung Gesneria). Conrad Gesner starb im Alter von 49 Jahren an der Pest. Doch weil sein berühmtes Thierbuch eine ausführliche Abhandlung über den Esel beinhaltet, die in Kürze hier näher vorgestellt wird, sollte Gesner auf jeden Fall im Eselbook erwähnt werden.