2017 – Die Hauptdarsteller – Teil 2

Bevor ich meine diesjährigen franz. Eselerlebnisse so nach und nach aufschreibe, eine Einführung/ Teil 1 ist ja bereits online, möche ich die handelnen Personen/ alle Mitwirkenen vorstellen. Nicht das mir noch jemand durcheinander kommt bei den vielen Eseln, Hunden, Katzen, Gänsen und Hühnern … und die Menschen nicht zu vergessen.

Also mal los. Mit Marie möchte ich anfangen. Marie ist die Seele vom Ganzen, Mutter, Eselmama, absolut professionelle Reitlehrerin, Eseltrainerin und gute Freundin. Marie spricht wunderbar deutsch, liebt Musik und und und. Ohne Marie läuft hier nichts.

  1. Bild: Marie und ihr großer Poitouesel Copain. Copain heißt Freund.

Die nächste Hauptdarstellerin heißt Doriane. Doriane ist Maries Tochter und sie ist bezaubernd. Ihr Privatzoo ist so wunderbar wie ihr Garten und überhaupt ist sie nicht zimperlich. Herrlich direkt und offen, lustig und klug. Hach …

2. Bild: Doriane

Kommen wir zu Narcisse. Narcisse ist der Esel, der mich letztes Jahr auf meiner Wanderung begleitete und der die vielen Tage, über 240 km weit, immer treu an meiner Seite war. Narcisse ist für mich wie ein Freund, zumal ich Menschen kenne, die lange nicht so ehrlicht und freundlich zu mir waren. Also manchmal läuft man beser mit einem Esel.

3. Bild: Narcisse

Als nächstes kommt Balou. Balou ist ein riesiger Owtscharka – ein kaukasischer Schäferhund. Marie hat ihn vor vielen Jahren aus Kirgistan mitgebracht und seitdem hat er den Eselhof in Plagnal bewacht. Jetzt ist er alt und genießt seine Rente bei Doriane. Ich habe ihm einen großen Knochen spendiert und er kam dafür zu mir ins Bett kuscheln.

4. Bild: Balou

Bernie. Da man im Leben bekanntlich auf vieles verzichten kann, nicht aber auf Katzen und Literatur, wird der kleine, schwarze Kater hier natürlich erwähnt. Er schlief, nachdem ich ihm eine Packung feinsten Kochschinken gekauft hatte, fast immer bei mir im Bett und ich habe mir sein Vertrauen bestimmt verdient.

5. Bild: Bernie

Nebuleuze ist auch eine Katze. Sie wohnt bei Doriane und ist sehr, sehr süß und sie klettert ohne Hemmungen auf dem großen Balou herum. Ja und weil sie gerade sterilisiert wurde, durfte auch Nebuleuze bei mir im Bett schlafen. Es war zum Glück ein großes Bett.

6. Bild: Nebuleuze

Gribouille. Die kleine Eseldame war der süße Höhepunkt zum Abschluß meiner Eselwanderung im letzten Jahr. Als Marie losgefahren war, um Narcisse und mich zurückzuholen, war sie noch nicht auf der Welt. Als wir einige Stunden später alle zusammen zurückkamen, stand sie auf wackeligen Beinchen da. Ihren Namen verdankt sie einer franz. Kindergeschichte, in der ein Mensch so viel Angst vor dem Regen hat, daß er in den Fluß springt. Wer Esel kennt, wird nachvollziehen können, warum die süße Eseldame diesen Namen trägt.

7. Bild: Gribouille 2016

8. Bild: Gribouille 2017 und ich total entzückt.

Bahia gehört auch zur Familie. Sie ist ein kleines Couchpotato und oft, wenn ich in den Baumarkt oder nach Langogne fuhr, hat sie mich begleitet. Manchmal haben wir zusammen Doriane besucht.

9. Bild: Bahia

Reflet kommt gleich zur Sache. Ein sehr sympathischer Esel, der ein wunderbar zuverlässiger Waneresel ist. Und wie jeder Esel, so hat auch Reflet eine Leienschaft und bevor er sich lange die Ohren kraulen läßt, nähert sich Reflet Hinterteil voran, „scatch my ass“ (kratz mir den Arsch), das liebt er ganz besonders. Also das lieben alle Esel. Doch ein Esel kommt erstmal und schnuppert, dann streichelt man gefälligst die Ohren, anschließend steckt man die Finger ruhig in die Ohren und so nach und nach arbeitet man sich zum Hintern vor. Rechts und links der Schwanzwurzel befindet sich der G-Punkt der meisten Esel. Reflet schenkt sich das Vorspiel. Nein, wozu sich lange mit Streicheleinheiten am Kinn und den Ohren aufhalten. Reflet mag es halt gern von hinten. Noch Fragen?

10. Bild: Reflet, „scratch my ass“

Und dann waren da noch Plume (Feder), Max, Wapa, Matoutou, Marius und viele Esel mehr. Dazu Hühner und Gänse und jede Menge Herzlichkeit. Ach ja, und ich.

11. Bild: Ich

2017 – Wiedersehen mit Narcisse – Teil 1

Manche Ereignisse sind so schön und glücklich, daß man diese gern wiederholen möchte. Die Erinnerungen daran machen noch lange Zeit später die Tage hell und mit etwas Glück gelingt es, den Gedanken des Alltags etwas Fröhlichkeit entgegenzustellen – drole de vie.

Und da stehe ich nun im nassen, hohen Gras der unfertigen Eselkoppel, kämpfe mich den kleinen Hügel hinauf, schneide mit der Kettensäge kleine Äste und Sträucher weg, damit ich später den Elektrozaun installieren kann. Ich bin wieder in Frankreich, zu Hause bei Marie und kann mein Glück kaum fassen. Ich bin der König des Eselhofs und darf mit der Kettensäge spielen. Was könnte es Schöneres geben? Heute ist Sonnabend der 20. Mai 2017 und es ist, als würde sich ein kleines Stück Geschichte wiederholen. Vor fast genau einem Jahr begann ich hier meine Wanderung mit dem Esel Narcisse und was als Abschluß gedacht war, wurde zum Ausgangspunkt, zum Anfang einer Leidenschaft, einer wundervollen Freundschaft. Bisweilen muß man sich vom Leben überraschen lassen.

Also ganz von vorn und immer schön der Reihe nach. Was mache ich hier und wieso bin ich wieder da, warum schwinge ich im Urlaub die Kettensäge und laufe in Gummistiefeln umher? Die Antwort auf all diese Fragen könnte allein mit dem Wort Freundschaft abschließend umschrieben werden. Doch ganz so kurz will ich es mal nicht machen. Außerdem wär die Geschichte sonst an dieser Stelle vorbei und das wäre ja langweilig.

So beginnt meine zweite Reise nach Frankreich bereits im Frühjahr 2017 mit einem großen Unglück. Der Eselhof – also das alte Wohnhaus – in Le Plagnal brannte bis auf die Grundmauern nieder und als wäre das eine Unglück nicht genug, verstarb der gute Vick (Maries Partner) nach kurzer, schwerer Krankheit viel zu früh. Und weil Freundschaft für mich nur dann einen Sinn hat, wenn man auch bereit ist, sich gegenseitig zu helfen, stieg ich ins Auto, fuhr 1400 km bis zu Marie und vollende jetzt das, was Vick nicht mehr schaffte und wofür Marie vor lauter Arbeit auch die Kraft fehlt. Ich stelle die neue Eselkoppel in Luc (was von Le Plagnal nicht weit entfernt ist) fertig und siedle einen Großteil der Herde um. In Le Plagnal laufen die Bauarbeiten und Marie möchte die Tiere in ihrer Nähe haben.

Also los und über die Straße, rauf auf den Hügel und massenhaft Sträucher und kleine Bäume wegschneien, Holzpfosten setzen, Ösen für die Drähte einsetzen und Drähte spannen, den Tieren einen direkten Wasserzugang schaffen, zwei Tore einbauen und und und. Ja und dann war da noch das Wiedersehen mit meinem lieben Narcisse, meinem Esel, der mich zwölf Tage lang, über fast 240 km treu begleitete.

Wird er mich erkennen? Kann er sich nach einem Jahr an mich, meine Stimme, noch erinnern?

Es war ein einziger Pfiff, ein kurzes Rufen und schon kam mein Narcisse angetrabt. Kein Zweifel, der Esel erkannte mich und wenn man mit etwas Vorsicht menschliche Maßstäbe auf ein Tier übertragen mag, dann würde ich von Freude sprechen.

Für heute soll und muß der kurze Bericht erst einmal reichen. Schon morgen muß ich wieder auf eine Dienstreise und viele andere Dinge sind wichtig. Doch das Eselbook ist nicht vergessen und so nach und nach werde ich die Tage bei Marie Revue passieren lassen. Dann lernen meine Leserinnen und Leser zwei wunderbare Frauen, den riesigen Balou und zwei weitere Hunde, Kater Bernie und Katze Nebuleuze und ganz viele Esel kennen. Ich freu mich selber drauf. Bis bald.